Poesie begegnet Minimal Art: Margret Kreidl trifft auf Agnes Martin


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Zwischen Linie und Sprache: Wenn Poesie Bilder atmen lässt
In der Städtischen Galerie im Kulturforum Traunstein begegnen sich Wort und Bild auf leise eindringliche Weise: Die Ausstellung 'Die Wege, im Gehege. Poesie trifft auf bildende Kunst' verbindet die präzise Sprachkunst der österreichischen Autorin Margret Kreidl mit dem stillen, lichtempfindlichen Bildkosmos von Agnes Martin. Das Ergebnis ist ein Kunsterlebnis, das die Ausstellungsatmosphäre in ein Resonanzfeld aus Rhythmus, Materialität und Raumwirkung verwandelt.
Werkbetrachtung: Horizontale Linien, gedämpfte Töne, konzentrierte Stille
Die von Agnes Martin geprägten Bildfelder – Raster, Bänder, feine Graphitlinien – entfalten in sanften Farbtönen eine meditative Ruhe. In der Werkbetrachtung treten Gleichmaß und minimalistische Ordnung als ästhetische Erfahrung hervor: Linien modulieren Licht, Flächen öffnen Räume, Reduktion schafft Intensität. Martins Position zwischen Abstraktem Expressionismus und Minimal Art macht den Blick frei für innere Bewegungen, die im Betrachter nachklingen.
Poetische Setzungen: Margret Kreidl antwortet mit Klang, Rhythmus und Form
Kreidls Texte reagieren mit präziser Verdichtung: Sprachflächen, Taktungen, Lautpoesie. Ihre Poetik spannt intermediale Brücken zur Bildenden Kunst, verwandelt Lyrik in Installation, Lesespur in Raumkörper. So entstehen Schichtungen, in denen Malerei, Skulptur des Wortes und Installation der Stimme ineinandergreifen – eine kuratorische Dramaturgie, die Seh- in Hörwahrnehmung überführt.
Kuratierung und Vermittlung: Raum, Licht, Zeit
Die Präsentation folgt einer klaren Raumregie: reduzierte Hängung, großzügige Weißräume, kontrollierte Lichtführung. Vermittlungsangebote der Städtischen Galerie – von Führungen bis zu Gesprächen – legen kunsthistorische Kontexte offen: Grids, serielle Verfahren, Nachklang des Abstrakten Expressionismus, Minimalismus als Haltung.
Ästhetische Erfahrung: Zwischen Kontemplation und Erkenntnis
Wer die Ausstellung begeht, erfährt eine stille Intensität. Das Flirren von Graphit, die Rauheit der Malgründe, die Atmung der Leerräume – all dies macht Material zu Bedeutung. Kreidls Sprache greift diese Mikroereignisse auf und führt sie in poetische Klarheit. Kunst wird hier zur Schule der Aufmerksamkeit.
Fazit: Erwartet ein konzentriertes, sinnlich-intellektuelles Ausstellungserlebnis, das Minimal Art und Gegenwartsliteratur in Dialog setzt. Wer die eigene Wahrnehmung schärfen möchte, sollte diese Ausstellung live erleben – für eine kulturelle Bereicherung, die lange nachhallt.
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