Traunstein: Smart City mit Glasfaser, Gigabit & Zwilling
Wie Traunstein zur Smart City wird: Glasfaser, Daten, Digitaler Zwilling
Traunstein verzahnt ab 2026 den Glasfaser- und Gigabit-Ausbau mit einer datenschutzkonformen Besucheranalyse und einem standardbasierten Digitalen Zwilling. Ziel: weniger Parksuchverkehr, besserer Takt im Verkehr und eine Innenstadt, die Veranstaltungen, Handel und Aufenthaltsqualität messbar stärkt.
Worum es geht
Kann eine Stadt mithilfe von Daten spürbar entspannter werden – und gleichzeitig wirtschaftlich stärker? Traunstein richtet seine Stadtentwicklung ab 2026 konsequent darauf aus. Drei Bausteine greifen künftig ineinander:
- Leistungsfähige Netze: flächendeckender Glasfaser- und Gigabit-Ausbau als digitale Basis.
- Innenstadt-Analytics: datenschutzkonforme Erhebung aggregierter Frequenzen, Wege und Verweildauern zur besseren Steuerung.
- Digitaler Zwilling: standardbasiert und herstellerunabhängig – mit Simulationen für Mobilität, Parken und Beteiligung.
Die künftige Umsetzung konzentriert sich auf spürbare Verbesserungen im Alltag: kürzere Suchzeiten beim Parken, sicherere Querungen, attraktivere Wege sowie datenbasierte Unterstützung für Veranstaltungen und Handel.
Ab 2026: Glasfaser und Gigabit als Fundament
Ab 2026 werden in Traunstein weitere Stadt- und Ortsteile an Glasfaser- und Gigabit-Infrastruktur angeschlossen. Die Stadt setzt auf transparente Verfahren von der Bestandsaufnahme über die Markterkundung bis zur Anbieterwahl und nutzt einschlägige Förderkulissen von Bund und Freistaat, darunter die Gigabit-Förderung des Bundes und die Bayerische Gigabitrichtlinie (BayGibitR).
Der Ausbau schafft die Grundvoraussetzung für digitale Dienste – von Telemedizin und Homeoffice bis zu intelligenten Verkehrs- und Parksystemen. Geplant ist eine schrittweise Inbetriebnahme neuer Cluster, sodass Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Haushalte zeitnah profitieren.
Erwartete Vorteile im Alltag:
- Einwohner:innen: stabile Videokonferenzen, schnelle Verwaltungsservices, verlässliche Streaming-Qualität.
- Wirtschaft: zukunftsfähige Standorte, höhere Wettbewerbsfähigkeit, neue datengetriebene Geschäftsmodelle.
- Besucher:innen: digitale Services ohne Funklöcher in der Innenstadt, bessere Orientierung vor Ort.
Ab 2026: Besucheranalyse für Innenstadt und Veranstaltungen
Ab 2026 wird Traunstein eine datenschutzkonforme Besucher- und Frequenzanalyse in der Innenstadt vorsehen bzw. ausbauen. Erfasst werden aggregierte Passantenfrequenzen, typische Wege und Verweildauern ohne Personenbezug. Ziel ist, Entscheidungen faktenbasiert zu treffen: von zusätzlichen Sitzgelegenheiten über temporäre Bühnen bis zur Optimierung von Wegeführungen.
Handel und Stadtmarketing erhalten Planungsgrundlagen, um Öffnungszeiten, Schaufensterzonen und Aktionen an tatsächliche Ströme anzupassen. So lassen sich Nebenlagen sichtbarer machen und die Aufenthaltsqualität gezielt steigern.
Ab 2026/27: Digitaler Zwilling für Verkehr, Parken und Beteiligung
Parallel baut Traunstein ab 2026/27 einen Digitalen Zwilling mit Schwerpunkt Mobilität auf bzw. weiter aus. Die Umgebung bildet Straßenräume, Kreuzungen, Parkflächen, Radwege und städtebauliche Elemente in einer Daten- und Visualisierungsplattform nach – standardbasiert (u. a. OGC CityGML, SensorThings API) und herstellerunabhängig. Damit werden Analysen möglich, die klassische Pläne ergänzen.
Geplante Simulationen
- Ampelphasen und Querungen: Tests, wie geänderte Taktungen Verkehrsflüsse und Sicherheit beeinflussen.
- Parken: Bewertung von Kurzparkzonen, Lenkung durch digitale Hinweise und Reduktion von Parksuchverkehr.
- Rad- und Fußverkehr: Wirkung geschlossener Lücken, sicherer Achsen und komfortabler Querungen.
- Ereignisse und Baustellen: Umleitungsszenarien und standortgenaue Besucherlenkung.
Die Visualisierungen sollen künftige Maßnahmen nachvollziehbar machen und Bürgerbeteiligung erleichtern – von Online-Beteiligungen bis zu Vor-Ort-Formaten mit anschaulichen 3D-Szenarien.
Messbarer Nutzen: Verkehrsströme, Parken und Verweildauer
Ab 2026 werden Maßnahmen schrittweise auf Wirksamkeit geprüft: Wie verändern sich Suchzeiten beim Parken, welche Querungen werden sicherer, wo steigen Verweildauern in der Innenstadt? Die Stadt bündelt Erkenntnisse zyklisch im Digitalen Zwilling und passt Taktungen, Wegeführungen und Veranstaltungslogistik iterativ an.
Abgeleitete Handlungsfelder
- Mobilität: Feinjustierung von Knotenpunkten, Signalprogrammen und Querungshilfen.
- Radinfrastruktur: Schließen identifizierter Lücken, mehr Abstellanlagen und Entschärfung konfliktträchtiger Abschnitte.
- Eventplanung: routinggestützte Wegeführung, gut platzierte Bühnen und klare Beschilderung.
- Wetter-Resilienz: Anpassung von Personal- und Angebotsplanung an prognostizierte Frequenzschwankungen.
Datenschutz, Datenqualität und offene Standards
- Datenschutz by Design: ausschließliche Nutzung anonymisierter, aggregierter Daten ohne Personenbezug; Orientierung an DSGVO-Prinzipien wie Datenminimierung (Art. 5) und Datenschutz durch Technikgestaltung (Art. 25).
- Qualitätssicherung: dokumentierte Schnittstellen, Plausibilitätsprüfungen, Versionierung und Re-Analysen sichern belastbare Ergebnisse.
- Offene Standards: OGC-Standards wie CityGML (3D-Stadtmodelle) und SensorThings API (Sensordaten) fördern Interoperabilität und Zukunftssicherheit.
- Transparenz: öffentliche Dokumentation zentraler Projektschritte von Markterkundungen bis Auswahlentscheidungen.
Nächste Schritte ab 2026
- Mehr Echtzeitfähigkeit: bedarfsgerechte Sensorik für Verkehr, Luftqualität und Parken speist den Digitalen Zwilling.
- Intelligente Mobilität: dynamische Parkhinweise, optimierte Signalprogramme, sichere Radachsen, attraktive Fußwege.
- Innenstadt als Erlebnisraum: frequenzgestützte Unterstützung für Märkte und Kulturformate; bessere Sichtbarkeit von Nebenlagen.
- Wirtschaft und Bildung: Gigabit-Anschlüsse für Unternehmen; praxisnahe Lehr- und Forschungsprojekte im Digitalen Zwilling.
- Nachhaltigkeit: kürzere Wege, weniger Stau, effizientere Flächennutzung und spürbare Verbesserungen bei Lärm und Emissionen.
Für Einwohner:innen bedeutet das ab 2026 mehr Servicequalität und Beteiligung; für Besucher:innen eine Innenstadt, die sich in Echtzeit anpasst; für die Wirtschaft datenbasierte Planungssicherheit.
Transparenz- und Haftungshinweise
- Zeit- und Projektangaben beziehen sich auf geplante oder fortlaufende Maßnahmen ab 2026 und können sich aufgrund von Vergaben, Genehmigungen oder Förderbescheiden ändern.
- Beispielszenarien dienen der Veranschaulichung künftiger Anwendungen und werden vor Umsetzung fachlich geprüft.
- Dieser Beitrag enthält keine Rechts-, Finanz- oder individuelle Planungsberatung.
Quellen und weiterführende Links
- EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) — Rechtsgrundlagen u. a. zu Datenminimierung und Datenschutz durch Technikgestaltung (accessed 2026-02-13)
- OGC CityGML — Standard für 3D-Stadtmodelle, Basis für Digitale Zwillinge (accessed 2026-02-13)
- OGC SensorThings API — standardisierte Schnittstellen für Sensordaten (accessed 2026-02-13)
- BMDV Gigabitgrundbuch — Bundesportal zu Breitband/Gigabit und Förderkulissen (accessed 2026-02-13)
- Bayerische Gigabitrichtlinie (BayGibitR) — Informationen des Freistaats Bayern (accessed 2026-02-13)
- BBSR – Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ) — Programmüberblick (accessed 2026-02-13)




